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FTV Russikon
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TV Russikon
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Regionalmeisterschaft

Als einige von uns am Freitag früh auf dem Gelände beim Fussballplatz in der Tüfiwiis eintreffen, fragen wir uns schon ein bisschen, wie hier schon am nächsten Morgen ein Turnfest stattfinden soll. Nicht nur aber auch wegen des starken Regens der letzten Tage ist die Aufbaumannschaft doch etwas in Verzug. Der Wind hat Zelte umgeweht und der Regen die Wiese in einen Teich verwandelt, auf dem nun gemütlich schnatternde Enten verweilen.

Da es viel zu tun gibt, fangen wir auch gleich mit der Arbeit an. Wir richten die Festwirtschaft ein, kleben meterweise Tischtücher auf die Tische, richten das Helferbüro ein, verteilen bergeweise Holzschnitzel über die aufgeweichten Wiesen und schleppen PET- und Abfalleimer quer über das Festgelände. In unserer Komplettregenkleidermontur kommen wir doch grad ein bisschen ins Schwitzen. Schneller als wir merken, ist es auch schon 12 Uhr und Zeit für ein leckeres Mittagessen. Bäbsli und ein paar andere vom FTV verwöhnen uns mit Spaghetti, Salat und Desserts. Mmmmmh fein!

Am Nachmittag werden die letzten ausstehenden Arbeiten erledigt, bevor die RMS 2012 am Abend schliesslich mit Entzündung des "Festfeuers" dem Motto "Weckt's Füür i dir" entsprechend eröffnet wird.

Am Abend finden sich viele Bewohner von Russikon aber auch von den benachbarten Dörfern, die Vereinsmitglieder von Russikon sowie die ersten angereisten Turner auf dem Gelände ein und geniessen das grosse Angebot an Unterhaltung und kulinarischen Köstlichkeiten. Im Barzelt feiern die Jungen und Junggebliebenen mit Bier und Drinks zu Hiphop und House, im grossen Festzelt verweilen Jung und Alt, die lieber gemütlich schwatzen und in Schunkellaune sind. Wir Frauen vom DTV bleiben an diesem Freitagabend aber nicht zu lange wach, da am Samstagmorgen bereits unser Wettkampf beginnt.

 

Als erste Disziplin haben wir den Fachtest zu bestreiten. Unsere Angst von einer rutschigen, aufgeweichten Wiese erweist sich als unbegründet. Da der Fachtest wie auch die Gymnastik auf dem Fussballplatz, wo das Wasser unter dem Boden abgeleitet wird, stattfindet, können wir auf einer fast trockenen Wiese starten. Es läuft nicht schlecht, dennoch verpassen wir das von uns gesteckte Ziel 9.00 mit einer Note von 8.60 deutlich. Hätten wir unser Ziel erreichen können, wären wir im eigenen Dorf Regionalmeister im Fachtest geworden. Schade, aber naja.

Weiter geht es mit dem Stufenbarren. Einige von uns sind ganz speziell nervös, da es halt schon etwas Spezielles ist, vor so vielen bekannten Gesichtern zu turnen, andere sind komischerweise viel ruhiger als sonst. Wir stellen uns auf, hören mit nervösem Herzschlage letzte Anfeuerrufe aus dem Publikum und warten auf den ersten Ton der Musik. Alle geben wirklich ihr Bestes, strahlen das Publikum mit einem mehr oder weniger natürlichen Lächeln an, strecken die Füsse bis in die Spitzen und versuchen alles, was wir in den vielen Trainingsstunden gelernt haben, umzusetzen. Der Heimvorteil zeigt sich vor allem in einem extralauten Schlussapplaus nach der Übung. Mit der Note von 8.75 haben wir unser Ziel zwar wieder verpasst, können damit aber dennoch zufrieden sein. Was man bei der darauffolgenden Gymnastik nicht gerade behaupten kann. Die Formationen misslingen uns gewaltig und auch die Synchronität lässt oft zu wünschen übrig. Damit erreichen wir in Gymnastik Kleinfeld gerade mal den 10. von insgesamt 12 Plätzen. Schade, dass sich die zahlreichen Trainingsstunden nicht ausgezahlt haben. Schon fast ist für uns der Wettkampf vorüber. Parallel absolvieren wir die Pendelstafette und Schleuderball. Bei der Stafette spurten acht unserer Frauen unter lautstarker Publikumsunterstützung auf den super 11. Platz von 59! Cool!

Beim Schleuderball zeigen einige Turnerinnen persönliche Bestleistungen und andere, dass Schleuderball nach wie vor nicht ihre Paradedisziplin ist. =)

Nachdem somit unser Wettkampf beendet ist, nehmen die meisten von uns noch gemeinsam das wohlverdiente Mittagessen im Festzelt zu sich. Die Nervosität ist gewichen und weicht der Vorfreude über das bevorstehende Fest.

Als Helferinnen sind wir die restlichen 1.5 Tage auf dem Festgelände präsent, immer gut erkennbar an den wunderbar hellblauen Helfershirts. Einige von uns sind als sexy Barmädels im Barzelt tätig und mixen ununterbrochen Drinks und schenken Bier aus, andere sind mit Gummihandschuhen ausgerüstet, die Hände und Arme bis zu den Ellbogen in Pommes versunken, hinter dem Tresen zu finden. Die Stimmung unter den Helfern ist super, man trifft Bekannte aus dem Dorf und Vereinen aber lernt auch neue, supernette Leute kennen.

Die positiven Rückmeldungen über das Fest sind von allen Seiten wahrnehmbar und schneller als wir denken, ist es auch schon Sonntagabend und die Rangverkündigung steht an. Wie das an den Turnfesten zu Tradition geworden ist, stehen natürlich alle auf den Tischen und Bänken und singen lauthals und mehr oder weniger talentiert die bekannten Schlagerhits mit. Wir geniessen den Einzug der Fahnenträger und applaudieren den Siegern und den neu gekürten Regionalmeistern.

Die RMS 2012 im eigenen Dorf war sicher für uns alle ein sehr spezielles Ereignis, das bestimmt einmalig und uns damit auch immer in Erinnerung bleiben wird.

 

by Fabienne O.